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Die Trends

Von der Leichtigkeit des Hörens

Die Technologie und das Leistungsvermögen von Hörsystemen haben sich in den letzten Jahren enorm weiter entwickelt. In jüngster Zeit ermöglicht die so genannte offene Versorgung ausgezeichnete Resultate. Immer mehr Menschen mit Hörschwäche entscheiden sich für diese neuartige Methode, mit der sich Hörsysteme leichter tragen lassen als je zuvor.

“Dass durch diese Neuerung derart viele Kunden mit ihren Hörsystemen hoch zufrieden sind, das hätte ich so nicht erwartet“, erzählt Hörakustiker Hansjörg Hauschild. „Vorher hatte man die Wahl zwischen Im-Ohr-und Hinter-dem-Ohr-Hörgeräten. Dabei sitzt das Im-Ohr-Gerät direkt im Gehörgang und ist weitgehend unsichtbar. Für das Hinter-dem-Ohr-Gerät wird dagegen ein Ohrpassstück, die Otoplastik benötigt, die dafür sorgt, dass sich das Hörsystem im Ohr hält und der Schall ins Ohr gelangt. Beide Methoden sind seit langem eingeführt und bringen die ausgefeilte Technologie der modernen Hörsysteme bestmöglich zur Wirkung“, so der Spezialist.

Kaum sichtbar

Doch wie so häufig wird Gutes im Hightech-Sektor innerhalb von kurzer Zeit noch besser gemacht – offene Versorgung heißt das Zauberwort. Der Vorteil: Der digital aufbereitete Schall gelangt mittels eines hauchdünnen und kaum sichtbaren Schlauchs ins Ohr. Das Ergebnis ist ein freies Tragegefühl sowie ein authentisches Klangerlebnis.

Hansjörg Hauschild beschreibt, wie das geht: „Keine Otoplastik, kein Im-Ohr-Gerät, lediglich ein feiner Mikroschlauch führt in den vorderen Gehörgang. Der ist mit dem digitalen Hörsystem verbunden, das sich hinter das Ohr schmiegt. Seinen Halt findet die hochentwickelte Technologie durch ein samtweiches Silikonstückchen, das sich federleicht im Gehörgang festsetzt. Diese Methode ist auch im täglichen Gebrauch so einfach und unproblematisch, dass meine Kunden nach kurzer Zeit vergessen, dass sie Hörgeräte tragen - nur das deutlich das verbesserte Hören und Verstehen erinnert sie dann noch daran.“

Die meisten warten viel zu lange

„Ich hätte das viel früher machen sollen“, ist eine häufige Einschätzung von zufriedenen Nutzern, denen moderne Hörsysteme in allen Lebenslagen helfen – im Gespräch, beim Fernsehen, beim Telefonieren oder einfach beim Entspannen zu Hause. Aktuelle Studien des Forum Besser Hören belegen, dass viele Menschen sich zu lange mit ihren Hörschwächen mehr schlecht als recht behelfen und erst dann zu Hörsystemen greifen, wenn aus der anfänglichen Hörschwäche ein ernstes Hörproblem geworden ist. In Zahlen heißt das: Mindestens 16 Millionen Menschen in Deutschland hören nicht mehr einwandfrei, aber nur rund drei Millionen nutzen Hörgeräte. Und: Im Durchschnitt warten Betroffene rund sieben Jahre, bis sie sich für Hörgeräte entscheiden.

Zu spät, sagen die Mediziner, denn Hörschwächen stellen sich schleichend ein. Die Betroffenen gewöhnen sich daran und vergessen im Laufe der Zeit alles, das uns im Alltag akustisch umgibt: Naturgeräusche wie Vogelgezwitscher, Windrauschen oder Regentropfen, Verkehrslärm, das Summen des Kühlschranks, Wecker und Türklingel und vieles mehr.

Fatal daran ist, dass sich die nun nicht mehr genutzten Nervenbahnen für die Hörwahrnehmung im Gehirn zurück bilden. Außerdem wird die Verständigung in geräuschvoller Umgebung problematischer: im Café, im Einkaufszentrum, bei Feiern und Partys können Menschen mit Hörschwäche schließlich kaum noch den Unterhaltungen folgen, weil sie in der Geräuschkulisse immer weniger verstehen. Das führt dazu, dass gesellige Anlässe gemieden werden und sich ein erheblicher Verlust an menschlichen Kontakten und damit an Lebensqualität einstellt.

Es ist daher extrem wichtig, rechtzeitig gegen Hörschwächen etwas zu unternehmen. Denn das enorme Leistungsspektrum heutiger Hörsysteme wie auch die komfortable offene Versorgung können besonders dann voll ausgeschöpft werden, wenn die Hörminderung noch nicht zu weit fortgeschritten ist. Außerdem fällt den Menschen, denen die Hörgewohnheiten des Normalhörenden noch vertraut sind, der Umgang mit Hörsystemen viel leichter.