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Jugendliche in der Schule

Gutes Hören, gute Leistung!

Null Bock auf Schule? Schlechte schulische Leistungen müssen nicht unbedingt etwas damit zu tun haben, dass ein Kind nicht lernen will. Oft sind auch Hörprobleme die Ursache dafür, dass Kinder in der Schule nicht lernen können. Hinzu kommt: Klassenzimmer sind häufig nicht lernfreundlich eingerichtet und haben eine schlechte Raumakustik; hörgeminderte Schüler verstehen nicht, was gesprochen wird und können dem Unterricht nicht folgen.

In den großen Klassenzimmern fehlen häufig Schallschlucker wie Gardinen, Vorhänge oder Teppichböden. Außerdem fällt mal ein Stift auf den Boden, es wird mit Papier geraschelt, durcheinander gesprochen, mit dem Stühlen gerückt, gehustet und gekichert.

So wurden von Wissenschaftlern der Uni Oldenburg während einer Unterrichtsstunde in einer Grundschule Pegel zwischen 70 und 77 dB (Dezibel) gemessen. Zum Vergleich: Für Büroarbeitsplätze empfiehlt die Berufsgenossenschaften maximal 55 dB.

Geschwächtes Selbstvertrauen

Wer sehr gut hört, hat keine Probleme, die Lehrerstimme aus den vielen Hintergrundgeräuschen herauszuhören. Schon geringe Hörminderungen jedoch erschweren dies oder machen es gar unmöglich. In der ersten Reihe kann ein hörgeminderter Schüler das mangelnde Verstehen vielleicht noch kompensieren; je weiter entfernt er aber von der Lehrerstimme ist, desto schwerer fällt es ihm.

Um unter den Mitschülern nicht aufzufallen, verkneift er sich (häufiges) Nachfragen. Die Folge: Die schulischen Leistungen des Schülers gehen zurück; das Selbstvertrauen ist geschwächt. Und durch das angestrengt konzentrierte Zuhören wird Stress stärker empfunden: Ein schwerhöriger Schüler stößt eher an seine Leistungsgrenzen als ein normalhörender Schüler.

Hörtest räumt Zweifel aus

Wenn Eltern einen plötzlichen schulischen Leistungsabfall bei ihren Kindern bemerken, für den es zunächst keine Erklärung zu geben scheint, sollten sie umgehend das Gehör des Kindes überprüfen lassen. Der Hörtest wird vom HNO-Arzt und vom Hörakustiker durchgeführt und ist kostenlos.

Maßnahmen zur Lärmreduzierung

Damit die Lautstärke im Klassenzimmer nicht überhand nimmt, sollten folgende Punkte zur Lärmreduzierung abgeklopft werden:

Überprüfung und ggf. Erneuerung der Filzunterlagen von Stühlen und Tischen.

Überprüfung des Mobilars auf z.B. quietschende Schubladen.

Anbringen von Vorhängen und Gardinen an den Fenstern.

Anbringen von Wandteppichen oder Korkplatten (z.B. Pinnwände.

Überprüfung der Deckenverkleidung: ggf. Anbringen schallabsorbierender Decken- und ggf. Wandverkleidung.

Auslegen des Klassenzimmers mit Teppichboden.

Schon eine Auswahl der aufgeführten Maßnahmen kann im Einzelfall zur deutlichen Reduzierung des Lärmpegels führen.

Fachkundigen Rat zur individuellen Lärmminderung – je nach Beschaffenheit des Klassenraums – erhält man bei einem Raumakustiker. Entsprechende Adressen finden sich in den Gelben Seiten.

Übrigens: Was für das Klassenzimmer gilt, gilt natürlich auch für das Kinderzimmer: Beim Erledigen der Hausaufgaben sollte es ruhig sein. Auch das Abspielen der Lieblings-CD im Hintergrund stört die Konzentration und sollte vermieden werden!

Lesen Sie hier mehr zum Thema Prävention ist wichtig.