Jugendliche in der Schule
Hörprobleme gemeinsam bewältigen
Wenn hörgeschädigte Kinder die Regelschule besuchen, bedarf es der Zusammenarbeit zwischen Familie, Audiologen und Lehrpersonal. Letztere haben jedoch oft nur wenig Erfahrungen im Umgang mit hörgeschädigten Kindern. Die Eltern des Kindes sollten die Lehrer daher unmittelbar auf das eingeschränkte Hörvermögen aufmerksam machen und folgendes beachten:
Ist das Klassenzimmer so gestaltet, dass unnötige Lärmquellen vermieden werden?
Hat das Kind einen Platz im vorderen Teil des Klassenraums und kann es den Lehrer von dort aus gut sehen?
Kann ggf. ein Funk- oder Schleifensystem zur Verbesserung der Akustik installiert werden?
Kommt das Kind mit seinen Hörgeräten beim Sport oder beim Spielen ohne Hilfe zurecht?
Ist der Lehrer in der Lage, dem Kind bei eventuellen Schwierigkeiten mit seinem Hörgerät (z.B. Batteriewechsel) helfen zu können?
Sind die Hörprobleme des Kindes für die anderen Schüler ein Problem? Wie kann dem vorgebeugt oder abgeholfen werden?
Viele Eltern hörgeschädigter Kinder sind zunächst dafür, dass ihr Kind in die örtliche Regelschule und nicht in eine Sonderschule für hörgeschädigte Kinder geht. Zum einen aufgrund der räumlichen Nähe, zum anderen, um den Kontakt zu den gleichaltrigen Schülern aus der unmittelbaren Umgebung nicht zu verlieren.
Regelschullehrer, Sprachtherapeuten und Schulpflegerinnen fehlen oft Erfahrungen im Unterrichten hörgeschädigter Kinderr. Sie müssen sich jedoch im Klaren sein, dass diese besondere Bedürfnisse haben und die bestmöglichen Bedingungen zum Hören brauchen.
Pilotprojekt: Schüler erfahren Schwerhörigkeit
Immer mehr junge Menschen sind von Hörproblemen betroffen. Häufiges Walkman-Hören und laute Konzertbesuche schaden den Ohren erheblich und sorgen dafür, dass auch Teenager schon unter Hörproblemen leiden. Doch wie kommen Hörgeminderte im Alltag zurecht? Und wie reagiert die Umwelt, wenn jemand schlecht hört und öfter nachfragen muss?
Das Forum Besser Hören führte vor diesem Hintergrund ein bundesweit einmaliges Pilotprojekt durch: „Schüler erfahren Schwerhörigkeit". 24 Schüler einer 7. Gymnasialklasse aus Hamburg wurden mit Ohrstöpseln ausgestattet und mussten – nunmehr nur noch eingeschränkt hörend – Aufgaben des täglichen Lebens erledigen. Ziel des Projekts: Die Schüler sollen erleben und nachvollziehen können, wie man sich als Schwerhöriger fühlt und was im Umgang mit Schwerhörigen wichtig ist.
Den Unterschied zwischen normal und eingeschränkt hörend bemerkten die Schüler vor allem im Straßenverkehr und in lauter Umgebung mit vielen Hintergrundgeräuschen. Naturgeräusche wie z.B. Vogelgezwitscher oder auch ihre Schritte auf dem Asphalt nahmen sie gar nicht mehr wahr. Ein lehrreiches Projekt, das für mehr Hörbewusstsein bei den jungen Teilnehmern sorgte und so zu einem wichtigen Schritt der Prävention wurde.
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