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Zuckerkrankheit schlägt aufs Gehör
16.07.2009 // Die tägliche Insulindosis gehört für Diabetiker zum Alltag. So regulieren sie den Zuckergehalt im Blut, eine notwenige Maßnahme, um Schädigungen der Blutgefäße und Nerven vorzubeugen. Doch auch regelmäßige Insulin-Injektionen zur Absenkung des Blutzuckerspiegels schützen Diabetiker nicht vor einem erhöhten Herzinfarktrisiko und Nierenerkrankungen. Seit langem ist außerdem ein Zusammenhang zwischen Diabetes und schlechtem Sehvermögen nachgewiesen. Eine neue Studie belegt nun, dass auch das Gehör durch Diabetes negativ beeinflusst wird. „Bereits seit den 1960er Jahren vermuten Mediziner einen solchen Zusammenhang, erwiesen war er bisher jedoch nicht“, so Dr. Christina Beste, Geschäftsführerin vom Forum Gutes Hören (FGH). Das FGH hat es sich zur Aufgabe gemacht, bundesweit über Hören und die Möglichkeiten der fachgerechten Anpassung und Nutzung moderner Hörsysteme zu informieren. „Wir wollen Menschen mit Hörminderung dazu animieren, sich zu informieren und vom Fachmann beraten zu lassen“, so Beste. „Der Zusammenhang von Diabetes und Hörschwäche ist für uns ein neuer Ansatzpunkt für unsere Arbeit.“ Das Stichwort lautet Früherkennung. So rät das Forum Gutes Hören Menschen mit Diabetes-Erkrankung vorzeitig zum Hörtest.
Forscher des National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Deseases (NIDDK) in den USA untersuchten das Hörvermögen von 5.140 Probanden im Alter zwischen 20 und 69 Jahren, darunter waren 399 Diabetiker. Die Teilnehmer nahmen an Hörtests teil, die sowohl untere als auch obere Frequenzen abdeckten. Die Ergebnisse waren eindeutig: Die Diabetiker konnten die Töne in allen Frequenzbereichen schlechter wahrnehmen. Bei Schwingungszahlen zwischen 500 und 2000 Hertz stellte das Forscherteam eine leichte bis mittelschwere Hörminderung bei 21 Prozent der Diabetiker fest. Sie hätten
Probleme, Sprache in normaler Lautstärke zu verstehen. Die Nichtdiabetiker waren lediglich zu neun Prozent betroffen. Im Frequenzbereich von 3000 bis 8000 Hertz traf die leichte bis mittlere Hörminderung auf 54 Prozent der Diabetiker und 32 Prozent der übrigen Probanden zu.
Catherine Cowie vom NIDDK stellte in ihrer Veröffentlichung zur Studie heraus, dass das Hörminderungen zwar in allen Altersgruppen auftraten. Die Unterschiede zwischen zuckerkranken und gesunden Menschen waren jedoch besonders bei den jüngeren Probanden zwischen 20 und 49 Jahren festzustellen. Eine Feststellung, die für eine frühe Schädigung des Gehörs spricht. Cowie sprach sich daher für regelmäßige Untersuchungen des Hörvermögens der Diabetiker aus. In Deutschland bieten die Partnerakustiker des Forum Gutes Hören kostenlose Hörtests an. Dort erfahren Interessierte bereits nach wenigen Minuten, wie es um ihr Gehör bestellt ist. Ein Verzeichnis ausgewählter kompetenter Hörexperten im gewünschten Postleitzahlgebiet finden Interessierte auf der Website des Forum Gutes Hören unter www.forum-gutes-hoeren.de. Das FGH informiert zudem Diabetiker ebenso wie Nichtdiabetiker online sowie unter der aus dem Festnetz kostenlosen Service-Hotline 0800 360 9 360 rund um das Thema Gutes Hören.
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