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Pressemeldung

Immer mehr Menschen leiden unter Hörschwäche – Jugend durch Freizeitlärm besonders gefährdet

28.03.2008 // Jeder vierte Jugendliche hat bereits irreparable Hörschaden. So die einhellige Meinung quer durch die Institutionen. Von der Bundesärztekammer bis hin zur Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schlagen sie Alarm. Grund ist die zunehmende Belastung durch Lärm, der das Hörorgan zerstört, Herzkrankheiten verursacht und den Blutdruck in die Höhe treibt.

Straßen- und Schienenverkehr, Flugzeuge, Baustellen, Klimaanlagen, Haushalts- oder auch Bürogeräte – die alltäglichen Lärmquellen sind vielfältig und sie sorgen dafür, dass unser Lebensumfeld immer lauter wird. Die größte Gefahr für die Ohren junger Leute geht jedoch vom so genannten Freizeitlärm aus – MP3-Player, Diskotheken und Clubs, Pop-Konzerte oder Party-Events produzieren Lautstärken, die kein Gehör verkraften kann. Zunehmend gefährdet sind auch Kinder. Spielzeugpistolen oder Silvesterknaller können plötzlichen Impulslärm auslösen, der bei geringer Distanz extrem schädlich ist und vor dem Kinder unbedingt geschützt werden sollten.

Beherzigt wird dies noch viel zu selten. Es mangelt an Vorsicht und am Bewusstsein über die Gefahren. Die Folge: Die Zahl der Menschen mit behandlungsbedürftiger Hörschwäche wird in den kommenden Jahren deutlich ansteigen. Bisherige Prognosen müssen deutlich nach oben korrigiert werden, da schätzungsweise zwei bis drei Millionen junge Leute künftig aufgrund einer lärmbedingten Innenohr-Schädigung auf Hörsysteme angewiesen sein werden.

Die Forschung bestätigt diesen Trend. Schon heute ist Hörschwäche weit verbreitet und gehört für große Teile der Bevölkerung zur Normalität. Eine repräsentative Studie des Forum Besser Hören aus dem Jahr 2005 belegt, dass nahezu die Hälfte (46 Prozent) der Bevölkerung in Deutschland über 45 Jahren im Alltagsleben erhebliche Hörprobleme hat

Eine Studie der Universität Witten/Herdecke aus dem Jahr 2000 kommt auf Basis von Patientenbefragungen zu ähnlich drastischen Ergebnissen. Demnach leidet etwa ein Fünftel der Bevölkerung über 14 Jahren an einer behandlungsbedürftigen Hörschwäche. Bezieht man die aktuellen Schätzungen für die akut gefährdete Jugend mit ein, ist derzeit von 15 Millionen Betroffenen auszugehen. In einigen Jahren werden es vermutlich rund 17 Millionen sein.

Etwa die Hälfte aller hörschwachen Menschen weist mittlere bis schwere Hörschäden auf und ist damit massiv beeinträchtigt. Alle anderen gelten als „leichtgradig“ schwerhörig, obwohl sie bereits 20 bis 40 Prozent ihres Hörvermögens eingebüßt haben. Doch dabei wird es in den meisten Fällen nicht bleiben. Das Schwinden des Hörvermögens ist ein unumkehrbarer Prozess, der sich mit zunehmendem Alter verschärft. Einmal zerstörte Haarzellen im Innenohr regenerieren sich nicht mehr.

Digitale Hörsysteme können das verlorene Hörvermögen dann kompensieren. Aufgrund ausgefeilter Technologie sorgen sie vor allem für sehr gutes Sprachverstehen. Darüber hinaus sind Hörsysteme heute so klein, dass sie nicht mehr auffallen. Für Hörsysteme gilt: je früher, desto besser. Wer zu lange damit wartet, verlernt gutes Hören, weil sich die zuständigen neuronalen Strukturen im Gehirn der lückenhaften Hörwahrnehmung anpassen und entsprechend zurückbilden. Die Umstellung nach Jahren schlechten Hörens wird umso schwieriger.

Die Devise lautet daher: Rechtzeitig handeln! Zumindest von älteren Menschen wird dies immer besser befolgt. Angebote zur Hörprävention nehmen sie verstärkt wahr. So hat die Zahl der Patienten, die wegen Hörproblemen ärztlichen Rat einholten, in den vergangenen fünf Jahren deutlich zugenommen, wie eine aktuelle Umfrage des Forum Besser Hören unter Hals-Nasen-Ohren-Ärzten zeigt. Hörschwäche wird also nicht mehr verdrängt, sondern von den Patienten als ernstes Problem wahrgenommen, gegen das man etwas unternehmen sollte.

Doch nicht immer muss es gleich der Arztbesuch sein. Hörprävention leistet auch der niedergelassene Hörakustiker. Jedes der rund 3.500 Fachgeschäfte für Hörakustik in Deutschland bietet jederzeit die Möglichkeit zu einem kostenlosen Hörtest. Dabei gilt die Faustregel: Mindestens alle zwei Jahre sollte das Hörvermögen fachgerecht überprüft werden. Gerade junge Leute sollten dies beachten, um sich selbst besser schützen zu können.

Pressestelle
Forum Gutes Hören
Leopoldstraße 19
80802 München
Tel: 089 – 189 37 89 7-11
Fax: 089 – 189 37 89 7-12
Kontakt: mail@forum-gutes-hoeren.de


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